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Das Ernährungswissenschaften Studium: Von A wie Apfel bis Z wie Zucker

Zucker ist schlecht, Vitamine sind gut – doch warum ist das so? Und stimmt das überhaupt? Was passiert in unserem Körper mit der Nahrung, die wir aufnehmen? Ein Studium der Ernährungswissenschaften liefert faszinierende Antworten auf diese und weitere Fragen. Als Teil der Gesundheitsforschung vermittelt es zum einen Ergebnisse aus der naturwissenschaftlichen Forschung. Diese werden mit Kenntnissen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aus der Ernährungswissenschaft wie Lebensmittelrecht und Qualitätsbewertung verbunden. Ernährungswissenschaftler tragen unter anderem zu einer höheren Qualität unserer Lebensmittel sowie der verminderten Ausbreitung von ernährungsbedingten Formen von Krankheiten wie Krebs oder Diabetes bei.

Das Ernährungswissenschaften Studium vermittelt Studierenden die wissenschaftlichen Kenntnisse, um wesentliche Stoffwechselprozesse des Körpers nachzuvollziehen und die Zusammensetzung von Lebensmitteln zu analysieren. Sie erheben von Anfang an wissenschaftliche Daten und werden in den Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre unterwiesen. Am Ende ihres Studiums sind die Studierenden in der Lage, Ernährungspläne zu erstellen, Therapien zu bewerten und Technologien zur Verarbeitung von Lebensmitteln zu verstehen. Ein Ernährungswissenschaftler weiß, wie Gesundheit und Ernährung ineinandergreifen – seine Fähigkeiten sind insbesondere aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.

Inhaltlich gliedert sich das Ernährungswissenschaften Studium in die folgenden Hauptbestandteile:

  • Naturwissenschaftliche Grundlagen in Biologie, Chemie und Mathematik
  • Biochemie: die Wirkung chemischer Prozesse im biologischen Umfeld von Nahrungsmitteln und im menschlichen Körper
  • Ernährungsphysiologie: das, was im Körper mit der aufgenommenen Nahrung passiert
  • Ernährungslehre: das Wissen über die Nahrungsbestandteile, die ein Mensch für ein gesundes Leben braucht
  • Qualitätsbewertung: die Fähigkeit der Beurteilung der Güte von tierischen und pflanzlichen Produkten
  • Marketing und Märkte der Ernährungswirtschaft: Wissen über das wirtschaftliche Umfeld, in dem Nahrungsmittel produziert und verkauft werden
  • Lebensmittelrecht: die Gesetzgebung, die die in Deutschland und der Europäischen Union erhältlichen Lebensmittel betrifft

Organisation und Verlauf

Tatsächlicher Verlauf und Struktur des jeweiligen Studiums unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. In den meisten Fällen besteht das Ernährungswissenschaften Studium allerdings aus sechs Semestern, die sich wiederum in Grundlagen- und Vertiefungsmodule gliedern. Beispiele für mögliche Spezialisierungen sind: Beratungspsychologie, Qualitätsmanagement, Parasitologie oder Ernährungssoziologie. Das Ernährungswissenschaften Studium wird mit dem Verfassen einer Bachelorarbeit abgeschlossen.

Wo studiert man Ernährungswissenschaften

Das Ernährungswissenschaften Studium wird in ganz Deutschland angeboten. Häufig handelt es sich um Studiengänge Technischer Hochschulen. Inhalte der Ernährungswissenschaften überschneiden sich mitunter mit denen der Studiengänge Ernährungsberatung und Ernährungsmanagement, die ebenfalls vielfach in Deutschland angeboten werden.

Voraussetzungen für das Ernährungswissenschaften Studium

Für das Studium wird eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife vorausgesetzt. Praktische Erfahrung im Gesundheitswesen oder in einem lebensmittelverarbeitenden Betrieb sind von Vorteil. Mitunter sind die Studiengänge mit einem Numerus clausus (NC) belegt. Das heißt, dass eine Teilnahme am Studium an eine bestimmte Durchschnittsnote im Abitur oder Fachabitur gebunden ist. Aktuelle NCs liegen zwischen 1,6 und 2,0. (Quelle: https://www.studycheck.de/studium/ernaehrungswissenschaften)

So können Absolventen ins Berufsleben starten

Durch ihre wissenschaftlichen Kenntnisse und ihr Wissen um die Fertigungsprozesse in der Lebensmittelindustrie sind Ernährungswissenschaftler für eine Vielzahl von Berufen geeignet. Sie besetzen Positionen im Qualitätsmanagement, in der Produktentwicklung, als Ernährungsberater oder Ernährungsmanager. Dementsprechend können Ernährungswissenschaftler sowohl in Betrieben, die Lebensmittel produzieren oder verarbeiten, als auch in Einrichtungen, die eine ausgewogene Ernährung für Gruppen von Menschen bereitstellen, arbeiten. Will man sich akademisch vertiefen, hat man mit dem Ernährungswissenschaften Studium gute Chancen in einer Forschungs- oder Lehrtätigkeit.

Das Masterstudium

Mit dem Bachelor of Science ist man für eine Fortführung des Studiums in einem Masterstudiengang qualifiziert. Das Lehrangebot reicht von Bezeichnungen wie Humanernährung über Food Science bis Ernährung und Gesundheit. Inhaltlich werden je nach Fachrichtung vertiefende Kenntnisse in Bereichen wie Molekularbiologie, Toxikologie oder Bio- und Lebensmitteltechnologie vermittelt. Absolventen eines Masterstudiengangs können damit rechnen, mit einer höheren Gehaltsklasse ins Berufsleben einzusteigen.

Für wen eignet sich das Ernährungswissenschaften Studium?

Als Ernährungswissenschaftler muss man ein Faible für Naturwissenschaften haben. Insbesondere das Grundstudium baut auf einem guten Verständnis der Mathematik, der Chemie und der Biologie auf. Auch soziale Kompetenzen sind gefragt: insbesondere die Arbeit im Labor erfordert Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit. Wer das alles mitbringt, kann seine Leidenschaft für Lebensmittel im Studium und darüber hinaus im Berufsleben bestens entfalten.

Weitere Studiengänge